Wir leben hier im flachen Land. Nur wenig Wasser fließt langsam zur Ostsee. Sturzbäche, die für Wasserräder von Mühlen geeignet wären, haben wir nicht. Dafür weht im ostseenahen Gebiet häufiger als anderswo ein kräftiger Wind. Der ist so stark, dass die vier 8 m langen Flügel der Lichtenhäger Galerieholländerwindmühle eine Leistung von 23 PS ergeben.



Diese Leistung ist schwer messbar. Unterhalb der Flügel lassen sich die Pferdestärken leichter nachzählen. Meist sind es sechs Pferde, die die große Wiese um die Mühle kurz halten und bei gutem Wetter gesattelt werden. Pferde brauchen Zufütterung und so wurde auch in der flügeltragenden Mühle bis 1975 Mischfutter hergestellt.
Heute kann sogar wieder in kleinen Mengen richtiges Mehl aus heimischem Getreide gemahlen werden. Schulklassen kommen zum Unterrichtsstoff "Vom Getreide zum Mehl" gern in das technische Denkmal. Zu Beginn des Schaumahlens füllen die Kinder Getreidekörner aus dem
100-kg-Jute-Sack in einen 100-g-Leinensack. Sein körniger Inhalt wird am Mühlenboden in einen Trichter entleert und über alle 5 Etagen bis in den Kopf der Mühle befördert.
Erst nach einer Erklärung zum Klappern der Mühle (Vierzack am Rütteltrichter), erst nach einem Rundlauf auf der Galerie und der erfolgreichen Beantwortung von Fachfragen zur Windmühle darf das fertige Mehl abgesackt werden. Wer den Sack auch ordnungsgemäß zubinden kann, darf das Souvenir mit nach Hause nehmen.
Mehr zu den 1836 und 1878 errichteten Lichtenhäger Windmühlen können Sie in der Ortschronik Elmenhorst/Lichtenhagen nachlesen.
Termine zur Besichtigung des privaten technischen Denkmals (Tag des offenen Denkmals, Deutscher Mühlentag) entnehmen Sie bitte der Tagespresse und unserem Veranstaltungskalender.
Frauke Mohr, 11.2009
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